Zurück im Berufsalltag

20.05.2020 | MOOVE GmbH

Masken im Berufsalltag
Quelle: Pexels.com

Was passiert nach Corona?

Die Covid-19 Pandemie zwingt die Beschäftigten vieler Unternehmen ins Homeoffice. Auf den ersten Blick scheint die neue Situation eine willkommene Abwechslung zum sonst so vertrauten Büroalltag. Technische Hürden und ungewohnte Strukturen bleiben zwar nicht aus, doch stören auch laute Telefonate oder spontane Fragen von Kollegen nicht mehr. Nach knapp zwei Monaten der Arbeit unter sozialer Isolation wächst die Sehnsucht nach den gewohnten Arbeitsabläufen, dem Austausch mit dem Tischnachbarn und den gemeinsamen Mittagspausen. Die wöchentlichen Lockerungen der Regierung lassen darauf hoffen, dass der tägliche Weg ins Büro bald wieder zur Routine werden wird. Offen bleibt, inwiefern sich das Büroleben aufgrund der Folgen des Virus verändern wird.

Wie verändert Corona unsere Arbeitsbedingungen?

Um sich der Beantwortung dieser Frage zu nähern, sollen zunächst die Coronabedingten Veränderungen der täglichen Arbeitsabläufe aufgegriffen werden. Nach einer Umfrage des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt) verbringen 43 % der Deutschen zumindest ab und zu ihre Arbeitszeit während der Krise im Home-Office. Vorher galt dies nur für 35 %. Ebenso liefert die Untersuchung einen Hinweis darüber, wieso vor der Krise weniger von zu Hause gearbeitet wurde: Obwohl 70 % der Befragten angaben, dass Homeoffice auch vorher technisch möglich gewesen wäre, gaben 39 % an, dass ihr Arbeitgeber dies nicht erlaubt.

Doch der Umstand der Covid-19 bedingten Kontaktbeschränkung und die einhergehende Zunahme der Heimarbeiter führt zwangsläufig zu einer stärkeren Virtualisierung und Digitalisierung der täglichen Arbeitsabläufe.

Das gilt vor allem für Organisationen, die noch Monate zuvor gänzlich auf mobile Arbeitsweisen verzichtet haben. Es ist davon auszugehen, dass die durch Corona erzwungenen Erfahrungswerte hinsichtlich digitalisierter Tools und Anwesenheitskultur auch über die Pandemie hinaus nachwirken und zumindest stellenweise in bestehende Strukturen verankert werden.

So wünschen sich ganze 68 % der Arbeitnehmer beispielsweise auch nach der Corona-Krise mehr Homeoffice als zuvor.

Auswirkungen auf die Führungskultur

Die beschriebene Entwicklung wird sich auch auf die Führungskultur vieler Unternehmen auswirken. Führungskräfte, die zuvor auf Kontrolle und zwanghaften Präsentismus setzten, stehen nun kollaborativem, digital-basiertem Arbeiten auf Vertrauensbasis gegenüber und halten Meetings in virtuellen Konferenzräumen ab.

Durch die Krise zeichnet sich moderne Führung als Moderation, ortsungebundenes Mentoring und das Schaffen von Freiräumen ab.

Führungskräfte, die sich den neuen Arbeitsbedingungen nicht anpassen können, werden unweigerlich feststellen, dass Mitarbeiterkontrolle bei der fortschreitenden Digitalisierung nicht umsetzbar ist und jegliche Versuche auf Wiederstände seitens der Belegschaft stoßen.

Mitarbeiterbindung nicht vergessen

Auch auf Mitarbeiterebene zeichnen sich Veränderungen ab. In der jetzigen Situation erkennen Unternehmen deutlich, wie groß das Commitment der Belegschaft ist. Führungskräfte als Einzelkämpfer, Illoyalität und Ungerechtigkeiten werden von der Belegschaft wahrgenommen und wirken sich negativ auf die Leistungsbereitschaft und die Identifikation mit dem Unternehmen aus. Umso wichtiger ist die Führungsarbeit nach der Krise, um entstandene Wogen zu glätten und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Belegschaft wiederaufzubauen. Vor allem von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter gilt es kontinuierlich in die Arbeitsprozesse wieder einzugliedern. Gelingt dies nicht, besteht das Risiko einer Fluktuationswelle nach Stabilisierung des Arbeitsmarktes.

Was im Büro beachtet werden muss:

Wie lange uns das Coronavirus noch in unserem Büroalltag begleiten wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht vorhersehbar. Der Rückschluss, dass mit dem Tragen von Masken und dem Freilassen von jedem zweiten Schreibtisch ein Leben in Normalität wieder aufgenommen werden kann, ist unwahrscheinlich. Dennoch kann gemutmaßt werden, welche Maßnahmen für eine Rückkehr in den Büroalltag vorgenommen werden müssen.

Mit strengeren Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben am Arbeitsplatz ist in jedem Fall zu rechnen.

Eingeschränkte Mitarbeiterrückkehr

Analog zum Einzelhandel ist davon auszugehen, dass sich quadratmeterabhängig nur eine bestimmte Anzahl von Mitarbeitern in den Räumlichkeiten aufhalten dürfen. Entsprechend ist eine schrittweise Rückkehr der Mitarbeiter zu ihrem gewohnten Arbeitsplatz denkbar. Bieten die Büroflächen nicht ausreichend Platz, verbleibt ein Anteil der Belegschaft bis zur vollständigen Lockerung im Homeoffice. Auch wenn Anwesenheiten im Büro durch eine Rotationsregelung oder nach Absprache möglich gemacht werden können, bleiben digitale Kommunikationsmittel für den Austausch mit Kollegen oder TeamAbsprachen das erste Mittel der Wahl.

Verschärfte Hygienevorschriften

Bestehende Hygieneempfehlungen, wie regelmäßiges Händewaschen und das Niesen in die Armbeuge bleiben weiterhin in Kraft. Denkbar wäre ebenso eine regelmäßige Reinigung der Türklinken wie auch der Drucker und Schreibtische. Darüber hinaus sollten gemeinsame Mittagessen unter Einhaltung der Mindestabstandsregelung und wenn möglich in einem separaten Raum erfolgen und kochen wie auch das Lagern von Lebensmitteln vermieden werden.

"Eine Untersuchung, die in der Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, konnte zeigen, dass beim Sprechen, flüssige, infektiöse Schwebeteilchen in der Luft verbleiben, wodurch die Relevanz einer Schutzmaske vor allem auf engem Raum - beispielsweise in Meetingräumen - deutlich wird."

Sicherstellung des Mindestabstands

Zur Einhaltung der Mindestabstandsregelung sollen Unternehmen ihre Arbeitsabläufe so organisieren, dass Beschäftigte möglichst wenig Kontakt zueinander haben. Dies gilt neben der Arbeit ebenso für Pausen oder Schichtwechsel. Darüber hinaus müssen zur Abstandseinhaltung gegebenenfalls räumliche Veränderungen vorgenommen werden. Sollte das Umstellen von Schreibtischen nicht ausreichen, sollte über die Installation von Trennwänden nachgedacht werden.

Fazit

Wie sich die nächsten Monate entwickeln, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nur spekulieren. Die fortschreitenden Lockerungsmaßnahmen machen zwar Hoffnung, dass auch auf der Arbeit bald wieder Normalität einkehren könnte, doch sind die Folgen dieser Maßnahmen auf die Infektionsraten und entsprechende Vorgaben der Regierung noch abzuwarten. Einen Lichtblick geben die Untersuchungsergebnisse aus dem renommierten Fachjournal „The Lancet“, in denen eine Empfindlichkeit gegenüber Hitze des Virus nachgewiesen werden konnte. Die steigenden Temperaturen der sonnigen Jahreszeiten könnten zumindest bei der weiteren Eindämmung helfen. Dennoch ist zu erwarten, dass die Auswirkungen des Virus die Beschäftigten vieler Unternehmen auch noch lange nach der Rückkehr ins Büro begleiten werden. Wie die vergangenen Wochen gezeigt haben, mussten vielen Unternehmen ihre Arbeitsbedingungen an die neue Situation anpassen.

Nun gilt es aus diesen Erfahrungen zu lernen und Veränderungen für sich zu nutzen, um die Krise nicht als Rückschlag, sondern als notwendige Bedingung für die erfolgreiche Weiterentwicklung des eigenen Unternehmens wahrzunehmen.

Interesse?

Ralf Aigner

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