Coworking nur für Frauen – ein neuer Trend auf globaler Ebene

09.04.2020 | Martha Richmond

Frauen im Coworking Space
Quelle: Unsplash.com

Unternehmerinnen stärken und fördern

Das Konzept der Sharing Economy ist weltweit mit offenen Armen begrüßt worden. Coworking Spaces machen einen großen Teil dieses Trends aus: Sie sind als Alternative zu konventionellen Büros hoch angesehen und nehmen zahlenmäßig zu. Aktuell zählt die Welt etwa 582 Millionen Unternehmer. Viele jener Menschen arbeiten auf freiberuflicher Basis, gehören einem StartUp an oder stellen Fachkräfte-Teams zusammen, die ein gemeinsames Ziel vor Augen haben. Für Selbstständige, digitale Nomaden, KMUs, Auftragnehmer usw. stellen gemeinschaftliche Büros eine enorm wichtige Arbeitsplatzressource dar.

Coworking Spaces werden bis Ende 2022 voraussichtlich 5,1 Millionen Mitglieder zählen – 2017 waren es nur 1,74 Millionen – und damit einen bedeutenden Wandlungsprozess vollziehen.1 Obwohl zu dem Thema kontroverse Meinungen bestehen, haben Coworking Spaces, die ausschließlich für Frauen geöffnet haben, zuletzt viel Aufmerksamkeit erhalten und zahlreiche Befürworter(innen) gewonnen.

Laut dem von Forbes veröffentlichten Bericht “2018 State of Women-Owned Businesses” ist die Zahl an Unternehmerinnen seit 1972 um 3000% angestiegen. Frauen ziehen das Unternehmerdasein hauptsächlich aus zwei Gründen vor:

  • Höhere Flexibilität bei der Arbeitszeiteinteilung. Viele Frauen möchten ihre Karriere mit einem erfüllten Familienleben kombinieren, was Angestellten in 9-5 Jobs oftmals schwer fällt. Frauen, die ihr eigener Chef sind, erhalten üblicherweise mehr Kontrolle über ihre Zukunftsplanung und können ihre Karriereträume schneller in die Tat umsetzen.
  • Selbstverwirklichung. Frauen wünschen sich oftmals einen Job, der sie rundum erfüllt, inspiriert und fordert; sie wünschen sich Aufgaben, mit denen sie sich auf professioneller und persönlicher Ebene identifizieren können.

Die Tatsache, dass der Prozentsatz an von Frauen gegründeten Unternehmen konstant anwächst, hat in vielen Städten Coworking Büros entstehen lassen, die nur für Frauen zugänglich sind.

Derartige Büroflächen bieten eine unterstützende Umgebung für weibliche Fachkräfte, die nun endlich mit Menschen auf Augenhöhe kollaborieren können. Frauen mussten sich lange Zeit in der von Männern geschaffenen Business-Welt zurechtfinden. Viele von ihnen haben sich bestens adaptiert, doch andere fühlen sich in ihrer Branche noch immer wie ein Fremdkörper. Da das Unternehmerdasein manchmal ziemlich einsam sein kann, bieten Coworking Spaces die Möglichkeit, einer herzlichen und einladenden Community beizutreten und die eigene kreative Energie auszuleben.

Die angesehensten Coworking Büros für Frauen im Fokus

Coworking Spaces, die ausschließlich für Frauen geöffnet haben, zielen darauf ab, optimal auf die Bedürfnisse ihres Zielpublikums einzugehen. Das heißt in anderen Worten, dass viele der ästhetisch eingerichteten Gemeinschaftsbüros spezielle Einrichtungen für alleinerziehende oder frisch gebackene Mütter aufweisen. Außerdem kommen die Mieterinnen in den Genuss von Getränkestationen, Konferenzräumen, privaten Arbeitskabinen, Duschen und Umkleideräumen, Fitnessräumen und vielem mehr.

Auf die Gemeinschaft legen derartige Coworking Büros sehr viel Wert.

Um das freundschaftliche Miteinander der Mitglieder zu fördern, bieten die Vermieter eine Reihe von Veranstaltungen an – unter anderem Yogaklassen, Vorlesungen von einflussreichen Unternehmerinnen, Schulungsprogramme, Workshops oder auch Aktivismus-Events.

“Women-only” Coworking Büros gibt es zuhauf in den USA, denn hier fand die ganze Bewegung ihren Ursprung. Das erste Büro dieser Art nannte sich Hera Hub und öffnete im Jahr 2011 seine Tore für Frauen im Raum San Diego, Kalifornien. Daraufhin folgten weitere Coworking Spaces wie evolveHer, The Coven und The Wing, die ein ähnliches Konzept annahmen.

Auch in Europa werden die frauenzentrierten Coworking Center immer beliebter.

So gibt es in Schwedens strategisch positionierter Stadt Uppsala eine weitere Niederlassung von Hera Hub. Der Londoner Workspace Blooms wurde zwar speziell für Frauen entworfen (was allein an der Inneneinrichtung deutlich wird), doch können sich auch Männer dort mit ihrem Laptop niederlassen.

Der Markt für Coworking-Immobilien hat sich ebenso in Deutschland fest etabliert. Zwar befindet sich der Coworking Trend hier noch in seiner frühen Phase, doch bietet die kontinuierliche Expansion an gemeinschaftlichen Büroräumen vielversprechende Chancen für Büroaustatter und potentielle Mieter.

Der erste Coworking Space für Frauen entstand in Berlin und trägt den Namen CoWomen.

Das liebevoll eingerichtete Büro bietet ambitionierten Unternehmerinnen, die stets nach neuer Inspiration und Motivation suchen, einen gemütlichen Platz zum Arbeiten. Mieterinnen fielen sich hier nicht nur auf professioneller Ebene, sondern auch auf persönlicher Ebene unterstützt und verstanden. Die positive Atmosphäre und die komfortable Ausstattung tragen in bedeutender Weise zum Karriereerfolg bei. Daneben gibt es noch andere Coworking Spaces, die sich gezielt an Frauen richten, wie etwa Wonder, Femininjas und COWOKI.

Wer einen Blick über den Tellerrand wagt, wird auch in anderen Ländern wie Österreich, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz vergleichbare Coworking Center finden. Dabei sind es oftmals die erfolgreich verwalteten Coworking Spaces, die nach einer gewissen Zeit neue Niederlassungen in den verschiedensten europäischen Städten eröffnen.

Warum sollte ich Coworking dem Home Office vorziehen?

Der Aufbau eines Unternehmens ist eine große Herausforderung und erscheint umso schwieriger, wenn man keine feste Basis hat. Die Arbeit von zuhause aus kann in gewissen Fällen eine gute Option darstellen, doch kämpfen viele Menschen im Home Office damit, konzentriert und fokussiert zu bleiben. Die drohende Isolation ist ein weiterer wichtiger Punkt – viele Unternehmer sehnen sich eine gewisse Routine und ein soziales Umfeld herbei, wie man sie nur in Büros vorfinden kann.

Zahlreiche Frauen interessieren sich dafür, in einem Umfeld zu arbeiten, das nicht von Männern dominiert wird. Studien deuten darauf hin, dass Frauen, die von anderen Unternehmerinnen umgeben sind, langfristig erfolgreicher sind. Das als sehr angenehm empfundene Arbeitsumfeld wirkt sich letztendlich positiv auf die Selbstdisziplin, die Motivation und die Organisationsfähigkeit aus. Coworking Spaces für Frauen sind schon seit vielen Jahren auf dem Markt präsent, sehen sich jedoch mit einer immer stärkeren Nachfrage konfrontiert. Indem die frauenzentrierten Coworking Büros Mieterinnen in jeder Lebenssituation fördern, finden diese schnell das perfekte Gleichgewicht zwischen der Arbeit und dem Privatleben.

Quelle: 1 https://gcuc.co/2018-global-coworking-forecast-30432-spaces-5-1-million-members-2022/, Stand 09.04.2020

Über die Autorin

Martha Richmond ist eine junge, qualifizierte und kreative Freelance-Texterin, die für MatchOffice arbeitet. Ihre Aufgabe besteht hauptsächlich darin, Artikel über Gewerbeimmobilien und sonstige Business-Themen zu verfassen. Martha veröffentlicht ihre Arbeit auf relevanten Webseiten, Blogs und Foren, um die Aufmerksamkeit eines breit gefächerten Zielpublikums zu gewinnen.