Teamkodex: 3 Home Office Regeln für erfolgreiches dezentrales Arbeiten

06.10.2020 | Jan Schulze-Siebert

ZP Blogger Jan Schulze-Siebert
Quelle: kostenfreie Verwendung über Snappa

Die Mitarbeiter nicht vor Ort im Büro zu sehen kann für manch eine Führungskraft ein ungewohntes Gefühl sein. Aus den Augen aus dem Sinn – so könnte man meinen, dass dann ja eh nichts mit der Arbeit passiert. Dann wird ausgeschlafen, nebenbei aufgeräumt und auf dem Sofa gefaulenzt. In Zeiten von remote Führung ist Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern gefragt. Ein paar Regeln sind aber auch bei diesem Führungsstil sinnvoll, um gewisse Rahmenbedingungen zu schaffen. 

Corona hat die Entwicklung um ein vielfaches beschleunigt

Mobiles Arbeiten war vor dem Jahr 2020 nur bei exotischen und mutigen Arbeitgebern gesehen. Doch mit der weltweiten Pandemie wurde die Digitalisierung in Puncto Kommunikation und Kollaboration außerhalb des Büros um ein vielfaches beschleunigt. Auf einmal war es recht schnell möglich, zur Sicherheit der eigenen Mitarbeiter, diese von zu Hause aus arbeiten zu lassen und dennoch den Arbeitsalltag und das operative Geschäft aufrecht zu erhalten. 

Laut einer Umfrage des ifo Institut führten 54 % der befragten Unternehmen ein pandemiebedingtes Home Office ein. Von diesen sollen künftig auch 51 % weiterhin im Home Office arbeiten dürfen.

Was durch diese Zeit in den Unternehmen recht schnell eingeführt wurde soll nun für ein dauerhaftes Angebot durch klare Regelungen definiert werden. Ein solides Fundament kann zu einem erfolgreichen Modell für die gesamte Organisation führen. Ein erster Ansatz für Home Office-Regeln ist die Entwicklung eines Teamkodex. 
 

Was ist ein Teamkodex? 

Bei einem Teamkodex für das Arbeiten im Home Office werden grundlegende Rahmenbedingungen festgelegt. Gemeinsam mit dem Team entstehen auf diese Weise Strukturen, die jedem im Team wissen lassen, wie die Interaktion, die Kommunikation und generell das Zusammenarbeiten funktionieren kann und soll auch wenn man nicht am selben Ort sitzt. In einem großen Meeting oder in kleineren Gruppenaufgaben wird an der Arbeitskultur gearbeitet. 

Der Teamkodex und somit die Regeln sind individuell und können je nach Unternehmen, Branche und Aufgabengebiet unterschiedlich sein. Ein paar grundsätzliche Dinge gibt es jedoch in beinahe jedem Teamkodex.   

3 Grundregeln, die in jedem Kodex enthalten sein sollten 

Ein Rahmenwerk, wie der Teamkodex eines ist, unterstützt die Mitarbeiter produktiv zu sein und besonders im Home Office ihrer Arbeit nachzugehen. Selbstbestimmung ist ein immer öfter angestrebtes Ziel, ist allerdings nicht für jeden Mitarbeiter geeignet. In welchem Maße die Regeln daher festgehalten werden ist individuell zu bestimmen. 

Bei der Vorgehensweise bietet es sich zum Beispiel an, dass man im Team zunächst überlegt, wie die Arbeit im Home Office komplett mies für alle Beteiligten laufen könnte. Davon lassen sich dann wunderbar Regeln ableiten, die für den Erfolg beim dezentralen Arbeiten eingehalten werden können.

Drei Bereiche, die in jedem Teamkodex bearbeitet werden sollten sind diese: 

Meeting und Verfügbarkeit

Wenn es keine einheitlichen Arbeitszeiten gibt, ist es kompliziert Meetings abzustimmen und im Team zu arbeiten.
Ausgehend von dieser Überlegung lässt sich festhalten, dass es im Team klare Zeiten für die Verfügbarkeit geben muss beziehungsweise eine Kernarbeitszeit definiert ist.

Tools und Software

Wenn alle Mitarbeiter unterschiedliche Kommunikationswege nutzen, gehen Informationen verloren und das Team arbeitet ineffizient. 

Es braucht einen Guide, über welche Tools im Team kommuniziert wird. Darin kann beispielsweise auch festgehalten werden, ab der wievielten Textnachricht lieber ein Anruf oder noch besser ein Video-Call vereinbart werden muss, damit die Mitarbeiter nicht aneinander vorbeireden. Eine solche Regel steigert insgesamt die Effizienz der Organisation.

Verhalten im Video-Call

In Online Meetings ist es störend, wenn Mitarbeiter nicht mit der Technik umgehen können und dadurch unnötige Wartezeiten entstehen. 
 
Um diese negative Situation zu vermeiden gilt es alle Mitarbeiter über die Technik klar zu briefen. Außerdem sollte ein Online Meeting klar moderiert werden, so dass nur einer spricht und die anderen in der Zeit das Mikrofon auf stumm geschaltet haben. Das fördert die Ergebnisse und wirkt sich positiv auf den Ablauf aus. 
 

Fazit: Entwickeln Sie Ihren individuellen Teamkodex

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Home Office im weiteren Verlauf der Pandemie und danach im Sinne von New Work etablieren wird. Fakt ist, Unternehmen können auch mit dezentraler Arbeitsweise das operative Geschäft in vielen Branchen aufrechterhalten. Mit den richtigen Regeln für die Mitarbeiter lässt sich das Home Office langfristig auch optimieren und die Arbeitsergebnisse auswerten und verbessern. Remote Leadership ist heutzutage ein wichtiges Themengebiet, welches mit dem Erstellen eines Teamkodex beginnt und Stück für Stück individuell entwickelt werden kann. 

Über den Autor

Jan Schulze-Siebert ist Blogger und schreibt auf Digital Affin über den smarten Einsatz von Tools und Software in unternehmensrelevanten Bereichen. Zudem betreibt er den Blog moveyouroffice auf dem der Fokus auf der Arbeit von Morgen liegt. Sowohl für den technisch modernen Geschäftsführer, als auch für die ehrgeizige HR-Abteilung sind dabei spannende Insights und neue Ansätze für den richtigen Umgang mit Digitalisierung und New Work dabei. 

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