Innovative HR-Technologien: Schlüssel für erfolgreiche Personalgewinnung

23.10.2019 | Gabriela Jaecker

Handschlag auf die Personaleinstellung
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Der Mangel an Fach- und Führungskräften bremst deutsche Unternehmen aus. Viele von ihnen wachsen aufgrund von fehlendem Know-how und qualifiziertem Personal weniger stark als sie könnten und die Entwicklung neuer Produkte oder Geschäftsmodelle kommt zu kurz. Das Schalten klassischer Anzeigen reicht heute nicht mehr aus, um geeignete Mitarbeiter zu finden. Hinzu kommt, dass wechselwillige Kandidaten nur kurze Zeit am Markt sind. Was können Unternehmen also tun, um erfolgreich Personal zu gewinnen?


Geeignete Software kann dabei maßgeblich unterstützen. HR-Techs, also innovative, webbasierte HR-Technologien, bieten heute bereits vollintegrierte All-in-one-Lösungen an, die sämtliche Recruitingprozesse im Unternehmen automatisieren sowie effizienter, schneller und kostengünstiger gestalten. Teil solcher Recruiting Plattformen sind Bewerbermanagementsysteme, Instrumente zur besseren Vorauswahl von Kandidaten sowie Analyse-Tools zur Steuerung und Erfolgsmessung der Recruiting-Prozesse.

Vorteile von Bewerbermanagementsystemen

Bewerbermanagementsysteme bilden die Basis von voll integrierten Recruitingsystemen. Sie können von beliebig vielen Nutzern an vielen Standorten gleichzeitig genutzt werden und ersetzen manuelle Excel-Listen und überflutete E-Mail-Postfächer. Sie umfassen den Prozess von der Ausschreibung einer Stelle über die Verwaltung der Bewerberdaten bis hin zur endgültigen Personalauswahl und dem Aufbau eines Bewerberpools. Unternehmen können hier alle eingehenden Bewerberunterlagen, wie Lebenslauf und Zeugnisse, zentral und übersichtlich speichern. Zudem wird der Workflow aus Zusagen, Absagen sowie Eingangs- und Terminbestätigungen abgebildet. Außerdem wird der Datenschutz über den gesamten Prozess hinweg gewährleistet.

Ein gutes Bewerbermanagement wirkt zudem positiv auf die Arbeitgebermarke. Denn wenn der Bewerbungsprozess reibungslos abläuft, die Kommunikation gelingt und vertraulich bleibt, wird HR seiner Rolle als kompetenter Dienstleister gegenüber den Bewerbern gerecht. Die Kandidaten bleiben über den Stand ihrer Bewerbung informiert, fühlen sich gewertschätzt und das wiederum spricht für den Arbeitgeber.

Skills und Qualifikationen, die Unternehmen suchen

Globalisierung, demographischer Wandel und Digitalisierung greifen tief in den Arbeitsmarkt ein. Unternehmen, die für die Zukunft gewappnet sein wollen, brauchen deshalb Talente mit den richtigen Skills. Für kleine und mittelständische Unternehmen sowie für Großkonzerne sind qualifizierte Mitarbeiter deshalb mehr und mehr ein entscheidender Schlüssel für den Erfolg. Ein effizientes Recruiting wird folglich immer wichtiger.

Je nach Größe und Branche können die Skills und Qualifikationen, nach denen Unternehmen händeringend suchen, sehr unterschiedlich sein. Gesucht wird beispielsweise nach handwerklichem und technischem Know-how, das können Elektriker oder Dachdecker sein. Auch im Gesundheitsbereich wird händeringend nach Personal gesucht, beispielsweise in der Altenpflege, Physiotherapie oder Geburtshilfe. Vor allem aber im Bereich der Digitalisierung und neuer Technologien versuchen Unternehmen Mitarbeitern mit den passenden digitalen Skills zu finden, vor allem IT-Spezialisten, Online Marketing Manager oder Innovationsmanager.

Viele Berufsbilder in Deutschland sind inzwischen Mangelware. Unternehmen können mit den richtigen Recruiting Tools und wenigen Klicks deshalb auch im Ausland nach Fach- und Führungskräften suchen. Möglich machen das internationale Stellenbörsen, über die potenzielle Kandidaten in vielen Ländern gefunden werden können.

Entscheidungsunterstützung und Kandidatenvorauswahl

Gute oder schlechte Wahl?
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Um sich ein möglichst genaues Bild darüber zu machen, ob Bewerber die richtigen Skills und Qualifikationen mitbringen und ins Team passen, haben Unternehmen verschiedene Möglichkeiten.

Mit anwenderfreundlichen und aussagekräftigen diagnostischen Instrumenten können Unternehmen eine effektive Entscheidungsunterstützung erhalten, eine valide Vorauswahl der Kandidaten treffen und somit Fehlbesetzungen minimieren. Zu den meistgenutzten und bewährtesten Instrumenten im Bewerbungsprozess zählen heute Onlinefragebögen, Assessments sowie Videointerviews.

Onlinefragebögen können dabei helfen, relevante Punkte, beispielsweise zur Berufs- und Führungserfahrung eines potenziellen Kandidaten zu klären. Recruitingportale stellen oftmals einen Fragenkatalog zur Verfügung, aus dem Kunden passende Fragen auswählen können.

Mit unterschiedlichen Assessments finden Unternehmen heraus, über welche verbalen, numerischen, logischen oder kognitiven Fähigkeiten Kandidaten verfügen – individuell anwendbar für Auszubildende, Fach-, Service- und Vertriebskräfte, Hochschulabsolventen oder Führungskräfte.

Zeitversetzte Videointerviews sind einer der Megatrends in der heutigen Personalgewinnung. Unabhängig von Ort und Zeit können Unternehmen mit dieser Methode ihre Bewerber einfach und unkompliziert kennenlernen. Eine solche Methodik funktioniert räumlich und zeitlich unabhängig. Videointerviews helfen beispielsweise, mehr über die Fremdsprachenkenntnisse von Bewerbern zu erfahren. Sie können außerdem zur effizienteren Vorauswahl beliebig oft angesehen werden – vom Personalverantwortlichen, aber auch von weiteren Entscheidern, die am Einstellungsprozess beteiligt sind.

Candidate Journey

Um den Kandidaten im Bewerbungsprozess eine optimale Benutzererfahrung zu bieten, die sie auf dem schnellsten Weg bequem ans Ziel bringt, sind folgende Regeln im Bewerbungsprozess wichtig:

  • Verwendung vollintegrierter Bewerbermanagementsysteme ohne problematische Schnittstellen zu externen Anbietern
  • Bedürfnisgerechte Ansprache von aktiv Jobsuchenden und passiv wechselwilligen Kandidaten
  • Zielgruppengerechte Ansprache von Bewerbern und Verwendung leicht verständlicher Jobtitel
  • Gut strukturierte und ansprechend gestaltete Stellenanzeigen
  • Überzeugende und authentische Positionieren von Arbeitgebermarke und Unternehmenskultur
  • Bewerbungsformulare so kurz wie möglich gestalten
  • Anschließende Bewerberkommunikation im Entscheidungsprozess

"Eine durchweg positive #Candidate #Journey stärkt die #Arbeitgebermarke – denn selbst im Falle einer Absage an den Kandidaten, wird das Unternehmen positiv wahrgenommen und in Erinnerung behalten."

Schnelle und effiziente Recruitingprozesse sowie die richtige Recruiting-Strategie werden zukünftig maßgeblich dazu beitragen, wie erfolgreich Unternehmen in der Personalgewinnung sind. Ganz gleich, welche Strategie Unternehmen verfolgen – es ist wichtig, dass eingesetzte HR-Technologien von den HR-Mitarbeitern einfach und intuitiv bedienbar sind, sodass die Einstiegshürde niedrig ist und keine zeitintensiven Schulungen nötig sind.

Über die Autorin

Gabriela Jaecker

Gabriela Jaecker ist Geschäftsführerin und Mitgründerin der CleverMatch GmbH. Zunächst absolvierte sie nach ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau ein Studium zur Diplom-Kauffrau. Nach vier Jahren bei KPMG im Bereich Steuern und Wirtschaftsprüfung wechselte sie zur BMW AG. Dort bekleidete sie in den folgenden zehn Jahren verschiedene Führungspositionen in den Bereichen Finanzen und Vertrieb. Seit 2016 hilft sie Unternehmen mit innovativen Technologien und Services dabei, erfolgreicher zu rekrutieren und mehr qualifizierte Bewerber zu generieren.