Trennung mit Mehrwert: Offboarding als Schlüssel zum Erfolg

Maika Kupfer | 05.12.2023 | 3 Minuten Lesezeit

Holzwürfel mit Buchstaben FAREWELL
Quelle: Zukunft Personal

Das Wichtigste in Kürze

Eine wertschätzende Behandlung der Mitarbeitenden während ihrer Anstellung und nach ihrem Ausscheiden ist essenziell für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens. Die Bindung ehemaliger Mitarbeitender durch einen positiven Offboarding-Prozess, die Nutzung als Markenbotschafter sowie die Wertschätzung ihrer Beiträge und ihrer Verabschiedung sind Schlüsselfaktoren für eine positive Unternehmenskultur und ein stärkeres Employer Branding, was Unternehmen langfristig als attraktive Arbeitgeber positioniert  

Mehr als nur Abschied nehmen: Mit einem positiven und wertschätzenden Offboarding-Programm können Unternehmen ihre Zukunft gestalten und langfristig ihr Employer Branding stärken. 

Mitarbeitende ist das Herzstück eines jeden Unternehmens. Ihr Engagement, ihre Kompetenzen und ihre Loyalität sind entscheidend für den Erfolg einer Organisation. Wertschätzung ist zu einem wichtigen Element der Unternehmenskultur geworden, da sie nicht nur die Arbeitsmoral und das Engagement der Mitarbeitenden steigert, sondern auch für das Unternehmen selbst langfristige Vorteile bietet.

Während Unternehmen sich häufig darauf konzentrieren, Talente anzuwerben und zu halten, wird eine positive Trennungskultur oft unterschätzt. Doch der Abschied von Mitarbeitenden kann genauso viel über die Kultur und Werte eines Unternehmens aussagen wie die Begrüßung neuer Talente.

Vorteile einer positiven Trennungskultur

Mitarbeitende haben eine mächtige Stimme. Wir leben inzwischen in einer vernetzten Welt, in der große Transparenz herrscht und soziale Medien eine enorme Rolle spielen. Negative Erfahrungen oder kritische Meinungen ehemaliger Mitarbeitenden können schnell verbreitet werden und dem Image des Unternehmens erheblich schaden. So spielt es eben auch eine entscheidende Rolle, wie die Verabschiedung empfunden wurde. Denn eine negative Erinnerung an die Trennung erhöht die Wahrscheinlichkeit, über diese Erfahrung im Netzwerk zu berichten oder auf Plattformen eine schlechte Bewertung über den ehemaligen Arbeitgeber zu schreiben.

Eine positive Trennungskultur beeinflusst zudem das verbleibende Kollegium im Unternehmen. Wenn sie sehen, dass ihre Teammitglieder in einer respektvollen und wertschätzenden Weise verabschiedet werden, fühlen sie sich eher mit dem Unternehmen verbunden und werden motiviert. Eine negative oder kalte Trennung hingegen schafft Unsicherheit und Misstrauen innerhalb des Teams, was zu einer schlechteren Arbeitsatmosphäre führen kann.

Wenn Mitarbeitende kündigen, sollten Unternehmen dies mit Respekt und Offenheit akzeptieren. So fühlen sich ehemalige Mitarbeitende eher gerecht behandelt und verlassen das Unternehmen mit einem positiven Eindruck. Führungskräfte sollten offen mit ihren Mitarbeitenden die Gründe für die Trennung kommunizieren und sicherstellen, dass sie die Gelegenheit haben, ihre Sichtweise darzulegen.

Ein positiver Abschiedsprozess trägt dazu bei, die Bindung zu den ehemaligen Mitarbeitern aufrechtzuerhalten. Wenn diese das Gefühl haben, geschätzt und respektiert zu werden, sind sie eher bereit, zu einem späteren Zeitpunkt in das Unternehmen zurückzukehren. Getreu dem Motto: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Auch verfügen ehemalige Mitarbeitende über wertvolles Wissen aus ihrer vorherigen Tätigkeit im Unternehmen und können bei einer Rückkehr ihre Erfahrung im Team teilen. Das spart Ressourcen und senkt zukünftige Rekrutierungskosten. 

Ehemalige Mitarbeitende zu Markenbotschaftern machen

Wir alle wissen: Mundpropaganda ist meist die beste Werbung! Wenn potenzielle Bewerber sehen, dass zufriedene Mitarbeitende ihre positiven Erfahrungen aufrichtig teilen, entsteht ein Gefühl der Authentizität. Menschen neigen dazu, Empfehlungen von Personen zu vertrauen, mit denen sie sich identifizieren können, insbesondere wenn es um die Berufswahl geht.

Ehemalige Mitarbeitende, die zu Markenbotschaftern werden, vermitteln glaubwürdig die Kultur und die Werte des Unternehmens. Ihre persönlichen Geschichten sind ein wirkungsvolles Instrument zur Stärkung der Arbeitgebermarke. Eine wertschätzende Verabschiedung trägt somit entscheidend dazu bei, die Attraktivität des Unternehmens zu erhöhen. 

Wie können Arbeitgeber das Offboarding nachhaltig gestalten?

Mit einem gut strukturierten Offboarding-Prozess stellen Unternehmen sicher, dass alle relevanten Schritte abgedeckt sind. Dazu gehören die Informationen der Beteiligten, eine schnelle Bereitstellung aller Unterlagen und offene Exit-Gespräche, die Feedback und Erkenntnisse sammeln. Zudem können Unternehmen Unterstützung bei der beruflichen Weiterentwicklung anbieten, Netzwerkkontakte teilen oder den Kontakt aufrechterhalten. Dadurch wird deutlich, dass das Unternehmen weiterhin am Erfolg des ehemaligen Mitarbeitenden interessiert ist.

Doch neben einem fachlich-sachlichen Offboarding bleibt noch der menschliche Teil: die Verabschiedung. Für ausscheidende Mitarbeitende ist der letzte Tag und die Verabschiedung ein wichtiger Moment. Es ist daher nur angemessen, dass Unternehmen dies auch entsprechend ernst nehmen und die gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung im Vordergrund stehen. Denn eine Verabschiedung ist wie eine Laudatio: Es geht darum, mit einem positiven Gefühl für alle die Zusammenarbeit zu beenden.

Eine wertschätzende Verabschiedung ist wichtig, denn sie zeigt den Mitarbeitenden, dass ihre Beiträge und ihr Einsatz während ihrer Zeit im Unternehmen anerkannt und geschätzt werden. Dies kann in Form von Anerkennung für ihre Leistungen, einer persönlichen Dankesbotschaft oder sogar eines Abschiedsrituals geschehen. Ein individuelles Abschiedsgeschenk ist eine sehr gute Möglichkeit, die Wertschätzung nicht nur verbal auszudrücken, sondern auch mit einer durchdachten Gabe zu unterstreichen und dem Abschied eine persönliche Note zu verleihen.

Fazit:

Für Unternehmen zahlt sich ein gelungener Offboarding-Prozess in jedem Fall aus.  Das bestätigt auch eine Umfrage durch das Marktforschungsunternehmen Aberdeen Research. Demnach können Unternehmen mit einer Offboarding-Politik 71% der Angestellten halten und die Mitarbeitenden sind im Vergleich um 11% engagierter.

Die Wertschätzung von Mitarbeitenden, ein positiver Offboarding-Prozess und die Nutzung ehemaliger Mitarbeitender als Botschafter sind entscheidende Faktoren für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens. Eine respektvolle Behandlung der Mitarbeitenden während ihrer Anstellung und nach ihrem Ausscheiden schafft eine positive Unternehmenskultur und stärkt langfristig das Employer Branding. Unternehmen können sich so auch in Zukunft als attraktive Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt positionieren.

Über die Autorin

Portrait von Maika Kupfer

Maika Kupfer

ist Gründerin von Books4Memories. Das junge Startup aus Berlin hat eine digitale Plattform entwickelt, auf der gemeinsam personalisierte Bücher für verschiedene Anlässe gestaltet und online geteilt werden können. Der Fokus liegt dabei im B2B- hier unterstützt Books4Memories besonders Unternehmen im Offboarding-Prozess.

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