Quereinstieg in die Logistik: Willkommen bei den Chancengebern

20.09.2021 | Mainblick

Quereinsteiger in der Logistik
Quelle: pexels.com

„Wenn mir vor fünf Jahren jemand gesagt hätte, dass ich bald in einer Spedition arbeite, hätte ich es nie geglaubt“,

schmunzelt Christine Seitz. Heute berät sie Kunden der inTime Express Logistik GmbH in Stuttgart – und fühlt sich angekommen. So positiv haben viele Quereinsteiger ihren Wechsel in die Logistik erlebt – kaum ein Wirtschaftsbereich ist so offen für Talente aus anderen Branchen.

„Ja, die Logistik ist schon ein etwas raueres Gewerbe“, gibt Christine Seitz zu. Doch für sie war das kein großes Problem – „schließlich bin ich eine Metzgerstochter!“ Sie hatte im elterlichen Betrieb eine Ausbildung zur Fleischereifachverkäuferin absolviert. Doch wegen einer Allergie musste sie diesen Beruf aufgeben und sich auf die Suche nach einer neuen Perspektive begeben. Nächste Station war eine weitere Ausbildung, diesmal zur Kauffrau für Büromanagement. Doch leider wurden alle Auszubildenden ihres Jahrgangs nicht übernommen und erneut stellte sich die Frage: Wie geht es weiter?

 

Auf jeden Fall „etwas mit Kunden“

Klar war Christine Seitz vor allem eines: „Es sollte wieder eine Stelle mit Kundenkontakt sein, denn das macht mir einfach Spaß!“ Die Logistik kam ihr bei ihrer Suche zunächst gar nicht in den Sinn. Eher zufällig „stolperte“ sie über eine Stellenanzeige der inTime Express Logistik GmbH in Stuttgart. Gesucht wurde eine Kundenberaterin. Christine Seitz fühlte sich angesprochen, bewarb sich und bekam den Job. Heute sagt sie: „Ich bin angekommen. Hier habe ich eine Arbeit, in die ich meine Stärken einbringen kann.“ Sie mag das junge Team, zu dem sie schnell dazugehörte. „Wir sind alle etwa im selben Alter und ticken ähnlich“, erzählt sie. Ihre Fragen zu Beginn der Einarbeitung fand niemand „dumm“. Alle bemühten sich sehr, sie gut an Bord zu holen. Heute überwacht sie die Abwicklung der Speditionsaufträge sicher und ist immer ansprechbar für ihre Kundinnen und Kunden: „Es geht zwar nicht immer alles. Aber hier heißt es, die Balance zwischen den Realitäten des Speditionsgewerbes und der Kundenorientierung zu finden.“

 

Viele Wege führen in die Logistik

Christine Seitz ist nicht die einzige Quereinsteigerin in der Kundenberatung von inTime. Auch die Geschichte von Nicole Hermeth zeigt, welch unterschiedliche Werdegänge in der Logistik zum Erfolg führen können. Sie hat nach ihrer Ausbildung zur Restaurantfachfrau jahrelang in der Gastronomie gearbeitet. Vor allem der Wunsch nach geregelteren Arbeitszeiten und beruflicher Weiterentwicklung ließ Nicole Hermeth über einen Wechsel nachdenken. Über eine Freundin kam sie 2016 zum inTime-Standort Hannover, seit 2019 ist sie Teamleiterin. Zu Beginn musste sie ihr Bild von der Logistik erstmal korrigieren.

„Ich dachte vor allem an Warentransport. Doch dann habe ich schnell gemerkt, wie umfangreich das Thema Logistik ist. So viele Abteilungen und Branchen arbeiten übergreifend zusammen.“

 

Hier zeigt sich auch, welche Voraussetzungen für einen Quereinstieg in die Logistik wichtig sind: ein grundlegendes Verständnis für Prozesse und Zusammenhänge sowie ausgeprägte Kundenorientierung. Hinzu kommt Offenheit für neue digitale Lösungen, denn diese werden für die Logistik immer wichtiger. „Hier arbeiten wir eng mit unserer IT und Softwareentwicklung zusammen, um Prozesse in der Kundenberatung wie etwa eine schnellere Auftragsanlage weiterzuentwickeln“, betont Nicole Hermeth. „Bei inTime ist der Gedanke sehr ausgeprägt, offen für die Expertise neuer Mitarbeitender zu sein. Egal, welche Berufserfahrung sie mitbringen“, ergänzt sie. Zum Beispiel finden immer wieder Leute, die mit einem Studium hadern, beim Expresslogistiker eine Ausbildungsperspektive. „Etablierte inTimer haben mich als Quereinsteigerin von Anfang an gut integriert. Logistisches Know-How kann man sich antrainieren. Allerdings braucht man dazu die Offenheit von Kolleginnen und Kollegen. Die ist bei inTime da.“

 

Corona als verändernder Faktor

Auch andere Logistikunternehmen haben entdeckt, dass Talente durchaus aus anderen Wirtschaftsbereichen kommen können. Schon aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels müssen die Arbeitgeber offener werden – und sehen sich durch gute Erfahrungen zudem bestätigt. Zudem hat die Corona Pandemie für viele Menschen zwangsläufig Weichen in eine neue Zukunft gestellt. So auch für Yannik Werske. Der studierte Sportwissenschaftler hat vor einem Jahr eine neue berufliche Heimat bei Meyer Quick Service Logistics GmbH & Co. KG (QSL) in Friedrichsdorf gefunden. Das hessische Familienunternehmen gehört seit vielen Jahren zu den führenden Distributionslogistikern für die europäische Systemgastronomie. „Als Schüler habe ich bei Meyer Logistik ein Praktikum gemacht. Dass ich mal beruflich beim Unternehmen Fuß fassen würde, hätte ich damals so nicht gedacht“, so Werske. Passend zum Studium war er lange als Berater im Sportmarketing und dann in einer Eventagentur tätig. Bis Corona kam. „Das hat die Branche stark geschüttelt, meinen Job gab es dann nicht mehr.“ Zum Glück hat sich für ihn das Sprichwort bewahrheitet: „Geht eine Tür zu, öffnet sich eine andere.“ Nach einem dreimonatigen Praktikum und anschließender Beschäftigung im Kundenservice durchläuft der Logistikneuling nun einen einjährigen Online-Lehrgang beim Institut für Lernsysteme (ILS). „Hier lerne ich alle Basics, die ich für meinen Job in der Logistik brauche. Zudem profitiere ich sehr von der Expertise meiner erfahrenen Kolleginnen und Kollegen“, sagt er. Werske erarbeitet sich sein Wissen aktuell im Key-Account-Management der QSL im Vertriebsinnendienst.

„Ich glaube, ein wichtiger Faktor für meine neue Arbeit, den ich aus meiner beruflichen Laufbahn bis dato mitbringe, ist das Gespür für Kunden. Trends erkennen, passende Lösungen finden und den Kunden Mehrwerte bieten, das braucht man in der Beratung immer.“

Vor allem, wenn Werske sich im nächsten Jahr zum Key-Account-Manager weiterentwickelt.

 

Vom Maler zum Technikleiter 

Eine weitere Geschichte zum Thema Quereinstieg spielt im hessischen Hauneck. Dort arbeitet Felix Yildiz als Leiter Technik bei der Stückgutkooperation 24plus. Er hat vor fast 15 Jahren in die Logistik gewechselt, nachdem er seinen Beruf als Maler und Lackierer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte. Über einen Minijob im Lager fand er in den dynamischen Wirtschaftsbereich. „Ich bin sehr gut aufgenommen worden,“ berichtet Felix Yildiz, „vor allem die älteren Kollegen waren sehr wichtig für mich, weil sie die meiste Erfahrung hatten.“ Er fiel schnell positiv auf und erhielt nach einem halben Jahr das Angebot eines Vollzeitjobs. Seitdem hat er sich „stetig nach oben gearbeitet.“ Heute leitet er nicht nur den Technikbereich, sondern bildet auch die Staplerfahrer aus. Gerade in den letzten Jahren sind die Ansprüche der Logistikkunden, etwa an die Lieferzeiten, deutlich gestiegen. Auch die Sicherheitsvorschriften im Lager haben sich verschärft. Wer in der Logistik arbeiten möchte, muss sicher daher immer wieder bewegen. Felix Yildiz sieht noch weitere Voraussetzungen, um als Quereinsteiger in der Logistik aufzusteigen:

„Man sollte ein echtes Interesse an den logistischen Prozessen mitbringen und in der Lage sein, sich selbstverantwortlich in neue Gebiete einzuarbeiten.“

Wenn diese Einstellung auf die Offenheit eines Logistikunternehmens für fachfremde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trifft, können beide Seiten einen gemeinsamen Weg finden und langfristig profitieren – wie unsere Erfolgsstories eindrücklich zeigen.

Mainblick

Mainblick ist als Kommunikationsagentur ganz nah dran an der Logistik. Die Macher*innen konzipieren und erstellen B2B-Kommunikation für namhafte Kunden aus den Bereichen Transport, Dienstleistung, IT, Verkehr, Mobilität. Dabei unterstützen die Expert*innen ihre Kunden auch bei der Veröffentlichung von HR-Themen, beim Employer Branding und in Change-Projekten. So schaffen sie Sichtbarkeit und Reichweite für ihre Kunden.