TEAM HUMAN × AI mit wysio

Stefanie Köhler | 05.03.2026

Quelle: Zukunft Personal

Wir arbeiten als Digitalagentur in einem Umfeld, welches sich schnell verändert. KI spielt dabei eine immer größere Rolle – für uns und für unsere Kunden. Gleichzeitig haben wir im Team gemerkt, dass nicht alle denselben Zugang dazu haben. Manche waren schon sehr weit, andere standen noch ganz am Anfang.

Uns war wichtig, dass das kein Hindernis wird. Wir wollten gemeinsam lernen, ohne Druck und ohne das Gefühl, „mitziehen“ zu müssen. Deshalb haben wir unser KI BarCamp genutzt, um genau dafür Raum zu schaffen: ein offenes Format, bei dem alle etwas einbringen und ausprobieren können – unabhängig vom Wissensstand.

In einer der Sessions entstand ein erster kleiner Prototyp: ein AI Sales Agent. Eigentlich wollten wir nur verstehen, wie KI Dialoge im Verkauf unterstützen könnte und Produkte in 3D verständlicher werden. Doch im Gespräch darüber merkten wir schnell, dass ein anderes Thema viel stärker bespielt wurde: Wie können Lernsituationen geschaffen werden, die Menschen nicht überfordern?

Mit dieser Frage rückte die Technik etwas in den Hintergrund. Stattdessen ging es um Lernräume. Darum, wie man komplexe Inhalte so aufbereiten kann, dass sie verständlicher werden. Darum, wie man Menschen einen Einstieg erleichtert. Und darum, wie man Wissen unabhängig vom Vorwissen zugänglich macht.

Je länger wir darüber sprachen, desto klarer wurde: Der Prototyp hat weniger mit Verkauf zu tun als mit Lernen. Wir sahen Potenzial für Themen, die unseren Arbeitsalltag prägen:
Onboarding, Rollenwechsel, Prozesswissen, Veränderungen, Service – und auch Themen wie Informationssicherheit und Datenschutz. Gerade dort erleben wir, wie schnell Inhalte als „trocken“ oder „kompliziert“ wahrgenommen werden.

Anstatt Regeln einfach zu kommunizieren, wollten wir Möglichkeiten schaffen, diese Themen in kleinen Schritten zu erkunden. Ohne Bewertung. Ohne Erwartungsdruck. Und in einem Tempo, welches zur jeweiligen Person passt.

So entstand die Idee eines KI gestützten Trainers als Lernbegleiter. Nicht als Produkt, sondern als Antwort auf eine sehr konkrete Beobachtung: Wir brauchen sichere Räume, in denen Menschen Neues ausprobieren können, also wysio. Für uns selbst, aber auch für die Unternehmen, die wir begleiten.

Dabei ging es uns nicht darum, KI zu idealisieren. Die Skepsis im Team betraf weniger die Technologie selbst, sondern eher Fragen wie:

// Wie schaffen wir den Einstieg?
// Wie nehmen wir alle mit?
// Wie verhindern wir, dass die Kluft zwischen „Erfahrenen“ und „Anfängern“ wächst?

Diese Fragen erinnern uns daran, dass Lernen nichts Selbstverständliches ist – und dass KI dabei helfen kann, Unterschiede aufzufangen, ohne Menschen zu ersetzen oder zu bewerten.

Wir bauen unseren internen Einsatz gerade insbesondere für Informationssicherheit auf. Nicht, weil KI „effizienter“ wäre, sondern weil ein ruhiger, geschützter Lernraum bei solchen Themen oft mehr bewirkt als jede Präsentation. Mitarbeitende können Inhalte in ihrem eigenen Tempo durchgehen, Zusammenhänge besser verstehen und sich sicher fühlen, bevor sie etwas anwenden müssen.

Für uns zeigt diese Reise, wie Human × AI funktionieren kann, wenn man sich bewusst darauf einlässt: KI unterstützt, aber sie gibt nicht vor. Sie hilft, Komplexität zu sortieren, überfordert aber nicht. Sie schafft somit Raum, ohne Erwartungen zu erzeugen.

Dass wir mit KI arbeiten, war für uns eine fachliche Notwendigkeit. Dass wir dabei neue Formen des Lernens für uns entdeckt haben, eine menschliche. 
 

Über die Autorin

Stefanie Köhler

Stefanie Köhler arbeitet als People & Culture-Managerin bei mediaman. Sie begleitet Themen rund um People & Culture, Zusammenarbeit, Lernen und Entwicklung. In ihrer täglichen Arbeit beschäftigt sie sich u.a. damit, wie Künstliche Intelligenz den Arbeitsalltag sinnvoll unterstützen kann, nicht als Selbstzweck, sondern dort, wo sie Orientierung gibt und Menschen in ihrer Entwicklung stärkt.